Netzwerk Kinderschutz Bonn

 

Wenn im Alltag eine Gefahr für ein Kind gesehen wird, kann man sich Beratung durch eine Fachkraft holen. Diese speziell ausgebildete Fachkraft berät die handelnden Personen über das weitere Vorgehen und unternimmt eine Einschätzung der Gefahr für das Kindeswohl.

Entsprechend der aktuellen gesetzlichen Vorgabe sind alle Kommunen verpflichtet, für diese speziell ausgebildeten Fachkräfte im Kinderschutz (Kinderschutz-Fachkräfte nach §8a, auch InsoFa oder ISEF bezeichnet) eine Austausch- und Beratungsebene zu schaffen. Die Fachkräfte sollen hierüber die Möglichkeit zum intensiven Austausch über kritische Fälle erhalten, sich gegenseitig beraten und auch Arbeitshilfen und Prozesse entwickeln. Die Mitwirkung der praxiserfahrenen Fachkräfte an der Weiterentwicklung des Arbeitsfeldes wird im Gesetz ausdrücklich gewünscht.

 

Ein Netzwerk knüpfen

Da für den intensiven Austausch untereinander eine flächendeckende Vernetzung der Kinderschutzfachkräfte des Jugendamtes und der freien Träger in der Jugendhilfe Voraussetzung ist, es diese bisher aber nicht gab, hat die Stadt Bonn für die Koordination eine neue Stelle eingerichtet. Diese wurde dem Kinderschutzbund Bonn mit einer halben Personalstelle übertragen und konnte ab dem 1. September 2021 mit Klaus Seyfarth auch besetzt werden.

Derzeit steht noch im Vordergrund, bestehende Systeme und Gremien im Stadtgebiet kennen zu lernen und miteinander zu verknüpfen. Wichtig ist dabei, auch die kleineren Träger mit ins Boot zu nehmen und niemanden zu übersehen. Ein „Register“ der Kinderschutz-Fachkräfte in Bonn gibt es bisher nicht, da jeder Träger seine Fachkräfte zunächst auf eigene Initiative hin fortbildet.

Das Netzwerk muss also zunächst geknüpft, entsprechende Kontakte geschaffen werden. Netzwerktreffen dienen dabei als Knoten und werden inhaltlich und organisatorisch vorbereitet. Mittelfristig sollen auch Akteure wie Krankenhäuser, Polizei und Bildungseinrichtungen strukturell eingebunden werden, um Präventionsketten zu verdichten und alle wechselseitig über Arbeitsweisen und Herausforderungen zu informieren. Auch die Verknüpfung über die Stadtgrenzen hinaus auf Landes- und Bundesebene sind für das Netzwerk zukünftig von großer Bedeutung.

 

Herausforderung für die Zukunft

Zukünftig wird der Blick über die Grenzen des Fachbereiches der Jugendhilfe hinweg reichen müssen, denn die Inklusion bringt auch für die Sicherstellung des Kinderschutzes neue Perspektiven mit sich, die in den kommenden Jahren eine grundlegende Neuorientierung erfordern und viel Arbeit für das Netzwerk mitbringen wird.

 

Klaus Seyfarth

Koordination Netzwerk Kinderschutz

Telefon: 0228 76604-16

klaus.seyfarth@kinderschutzbund-bonn.de

 

 

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